Der Lebenslauf – das wichtigstes Element deiner Bewerbung

Der Lebenslauf ist das wichtigste Element deiner Bewerbungsunterlagen. Personaler verbringen durchschnittlich nur rund 6 Sekunden (!!!) damit, sich einen Lebenslauf anzuschauen, bevor sie entscheiden ob sie weiterlesen. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass dein Lebenslauf auf den ersten Blick überzeugt. Ich habe über die Jahre bestimmt 15 verschiedene Versionen meines Lebenslaufs erstellt, die alle nicht schlecht waren. Aber erst als ich meinen CV mit Hilfe meines Jobcoaches komplett überarbeitet habe, kam der große „Wow“-Effekt. Welche Auswirkungen? Wie oft/ viel häufiger wurdest du zum Gespräch eingeladen?

Bevor ich dich Schritt-für-Schritt zu deinem neuen Lebenslauf begleite, hier die Basics, die dir helfen, die richtige Richtung zu finden:

1. Bewerbung kommt von Werben

Und zwar von Werben für sich selbst! Das ist der wichtigste Gedanke, den du bei deiner gesamten Bewerbung und natürlich auch im Vorstellungsgespräch beherzigen solltest. Es geht darum, dass du dich best möglichst präsentierst und daher den Fokus auf deine Schokoladen-Seiten legst. Überlegst du gelegentlich ob du bei manchen Formulierungen nicht zu dick aufgetragen hast? Wenn dich die typischen weiblichen Selbstzweifel plagen, dann denke daran wie die Lebensmittelindustrie ihre Produkte bewirbt: Himbeer-Joghurt „mit natürlichem Aroma“ hat in der Realität nichts mit Himbeeren zu tun. Der Geschmack wird aus Zedernholzspänen gewonnen. Und da Holz natürlichen Ursprungs ist, gilt auch das Aroma als „natürlich“… Also ist es kein Verbrechen, wenn im Lebenslauf aus einem xxxxx ein xxxxx wird.

2. Beginne deinen Lebenslauf auf einem ganz weißen Blatt

Wahrscheinlich hast du auch schon die ein oder andere Version deines Lebenslaufs auf deinem PC gespeichert. Statt an einer älteren Version „herumzudoktern“ ist es besser, in einem neuen Dokument neu anzufangen. Das macht den Kopf frei, komplett neu zu denken. Natürlich kannst du aber bestimmte Inhalte, Formulierungen etc. übernehmen.

3. Löse dich von der Fessel der Chronologie

Die meisten von uns bauen ihren Lebenslauf brav chronologisch auf, weil das irgendwie in der Natur der Sache liegt, eine Station nach der anderen abzuarbeiten. Die Fortschrittlicheren schreiben dabei die aktuellsten Erfahrungen ganz nach vorne, die älteren ganz an den Schluss. Chronologisch ist beides, nur andersrum.

Betrachte stattdessen deinen Lebenslauf als Werbebroschüre für deine beruflichen Fähigkeiten – und bei Werbebroschüren ist der Gestalter eben vollkommen frei! Ein verrückter Gedanke  – ich weiß! Sind wir doch alle (und besonders Frauen) sehr darauf getrimmt, alles ordentlich und richtig zu machen und sich an die Konventionen zu halten.

Um mich von der bisherigen Vorstellung eines Lebenslaufs zu lösen, hat mir folgendes Beispiel meines Coachs geholfen:

Frau ter Horst betreute einen Klienten, der als Biologe bei einem großen Unternehmen arbeitete und sich schon mehrmals auf Stellenausschreibungen bei seinem Traumarbeitgeber (Landes-Umweltamt) beworben hatte. Allerdings immer ohne Erfolg. Nun hatte er mitbekommen, dass dort der Abteilungsleiter gewechselt hatte und wollte es mit Hilfe seines Coaches noch mal in Angriff nehmen. Der Lebenslauf, den er bis jetzt verwendet hatte, war klassisch chronologisch aufgebaut und enthielt alle seine bisherigen Stationen und Tätigkeiten ordentlich aufgeführt. Während der Coaching Sitzungen erarbeitete er seine Kernkompetenzen und erstellte natürlich auch seinen Lebenslauf neu. Die Bewerbung, die er – in Papierform – ans Umweltamt verschickte, war schließlich in der Form einer Broschüre aufgebaut! Vorne hatte er das Layout der Broschüren des Umweltamts übernommen und auf den folgenden Seiten, hatte er jeweils mit Fotos und kurzen Texten ausgewählte Projekte seiner bisherigen Arbeit vorgestellt. Die letzte Seite seiner Bewerbungsbroschüre beschrieb ein Projekt, das er gerne umsetzen würde, sofern er dort angestellt würde.

 

Wie war wohl die Reaktion Umweltbehörde? Wie hättet ihr auf so eine Bewerbung reagiert?

Seine späteren Kollegen haben alle nicht schlecht gestaunt – so eine Bewerbung hatten sie noch nie erhalten. Natürlich wurde er zum Gespräch eingeladen und hat nun auch tatsächlich seinen Traumjob ergattert. Und das alles, obwohl seine Bewerbung weder chronologisch aufgebaut war, noch alle Details zu seinen Fähigkeiten enthielt und noch dazu an eine Behörde gerichtet war!

Solch einen Lebenslauf zu erstellen, ist natürlich sehr aufwendig. Und es lohnt sich tatsächlich nur für eine Bewerbung für den Traumjob und nicht einfach für einen Jobwechsel. Mich hat dieses Beispiel dazu ermuntert, die Schranken aus meinem Kopf zu nehmen und out of the box zu denken! Auch – oder gerade – bei etwas so seriösem wie einer Bewerbung!

Fazit: Eine Bewerbung ist Werbung in eigener Sache – und genau so sollte sie auch aussehen! Fang auf einem weißen Blatt Papier neu an und mach deinen Kopf frei für ein ganz neues Layout!

Wie du deinen Lebenslauf – etwas weniger revolutionär – in einen Knaller verwandelst, erfährst du hier: Link